work in progress ... portfolio Haard, Staebierg, Hessebierg 

 

Die früheren Tagebaugebiete auf der Düdelinger Haard sind heute ein Naturreservat. Die  Zeugen der Schwerindustrie und der einzigartige, fragile Pflanzenwuchs, das nahezu organische Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart sind u.a. Gegenstand der fotografischen Arbeit. Immer noch üben die Flora sowie die Suche nach den industriellen Spuren eine Faszination auf den Autor aus. Das Projekt, das sich über drei Jahre lang entwickelte, kommt zu einem Ende. Geplant ist eine Veröffentlichung unter einer zu bestimmenden Form. Mit einbezogen werden Aufnahmen, die auch den südlichen Teil der ehemaligen Tagebaugebiete, nach Tetingen und Rümelingen gelegen, miteinbeziehen, den  Staebierg und den Hessebierg


work in progress...

 

Räume, Grenzen, Orte ist der Arbeitstitel eines Fotografieprojektes, das die Kulturlandschaft als Raum darstellt, gleichzeitig Grenzen aufzeigt, die von der Natur und  vom Menschen gezogen wurden. Somit definieren sie neue, manchmal unerwartete Orte und prägen den Moment des Gesamtbildes. 

 

Landschaft, "Kanferknupp" Hetschenberg nahe Kanfen (F)

Landschaft nahe Aspelt (L) et Preisch (F) 

 

 


Miniliteraturen

 fotografische Essays, Bild-und Wortdokumente  

 

 


lock lock lock down

 


Ein Gittertor, flankiert von einem Turm mit auf seiner Spitze einer Besenhexe, bildet den Durchgang zu einer Freizeiteinrichtung in Luxemburg, die ab September bis März jeweils so um Ostern geschlossen bleibt. Es ist hier die Rede vom legendärsten Märchenpark aller europäischen Städte, Dörfer sowie aller ähnlichen Anlagen auf freiem Feld gelegen zwischen froher Erwartung und Wehmut. Schließlich hat der Bettemburger Märchenpark, de Beetebuerger Park, wie er im Volksmund heißt, nichts von seinem embryonalen Charme verloren. Ich denke an die Stunden zurück, die ich selbst als Fünfjähriger dort entdeckte. Der Park bleibt ein Sammelsurium illustrierter Kindheitsträume, angefangen mit Katze und Maus, dunklen Ecken, versteckter Bösewichte und strahlender Prinzessinnen. Zu ihnen führt immer noch die gleiche Allee hin, an deren Seitenrand Papageien einmal auf Stangen hockten. Sie krächzten an der Kette, schwangen die Flügel und knack knack knackten Nüsse. 

Nun sind lockdown und soziale Einschränkungen schlimm genug für den Menschen. Man sitzt allein, zu zweit, sieht hinaus in den Regen oder in den Schnee und studiert Tablet über Tablet und entdeckt die Welt vom Sofa aus neu, geknechtet vom Virus, verloren in Wünschen jenseits aller Pathologie. Man ist vollgepackt mit der Hoffnung, es einmal durch diese triste Zeit zu schaffen, ohne Schlauch in den Lungen, vorbei am Tod durch elende Erstickung. 


De Beetebuerger Park hingegen bleibt eine Einfriedung für Kurioses in sauerstoffreichem Ambiente, für Tiere, sanft gepflegt und wohl behütet in einem lock lock lock down Dauerzustand. Er ist ein Ort des nicht Geschehens, fernab dem Geschrei der Welt, ein Punkt der Vollnarkose zwischen Autobahn und Fußballfeld. Er wurde eingerichtet für die Kleinsten der Kleinen an der Hand mit Oma und Opa. Für Familien tout court mit Kinderwagen und Hund. Dazu gehört seit jeher eine Zugfahrt um den Flamingoweiher, ohne Bahnschranke doch unter farbenfrohen Baldachinen. Obligat ist ein Ausritt auf hopsenden Pferden um Gebüsch und Bäume inmitten mysteriös anmutender Gerätschaften. Gehört gleichfalls dazu die Erinnerung vergangenheitskundiger Parkbesucher an die Aras am Alleenrand, die längst ohne ihre Ketten in der pfeifenden Ewigkeit angekommen sind.

 

Ich hatte mir, da ich Entdeckungen gepaart mit gelegentlichem Rückblick sehr schätze, eine Fototour der Anlage vorgenommen, außerhalb der Touristensaison, kurz vor dem Wintereinbruch. Sie wurde mir freundlicherweise genehmigt. Ich hatte mich gefreut. Man spaziert zuerst in leere Räume hinein und legt sich Vergangenes zurecht und möchte sich wundern über Neues, Unerwartetes. 

 

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unveröffentlicht

6634 Voll und Leerzeichen

2 Seiten

 


 

Die Zeit von Marcel K.


Marcel K.s Restaurant lag in einem kleinen Ort, genannt Zoufftgen, an der französischen Grenze zu Luxemburg. Nahe dem ausgedehnten Waldgebiet mit dem Namen Forêt domaniale de Zoufftgen. Genannt de Wal, in meiner Sprache. 

Sein Restaurant wurde vielleicht gerade wegen seiner Nähe zur Stille zur ersten Adresse der Region. Doch war es vor allem ihm zu verdanken, dem Meister der Braten und Soßen, dem Dompteur von Geschmack und Gewürz, der diese Ruhe einfliessen ließ ins Ambiente seiner Kunst. Und der die Inspekteure von Michelin von der Qualität seines Hauses überzeugt hatte.  

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unveröffentlichter Text, 2021

4869 Voll und Leerzeichen

2 Seiten