European clouds

Super, dieser Markt in meinem Stadtviertel. Er ist gebaut aus Ziegeln und Mörtel und Blech. Wir lieben seine Ziegel. Wir lieben die lieblose Bauweise, den Mörtel. Familiär kommen einem die Regale im Innern vor. Gut gefüllt, aus Gewohnheit. Matsch, so der Name der Düdelinger Ziegelhalle, oder Mätsch, erinnert an ein Fußball Match? So manches passt. Ich möchte Grillwurst kaufen. Toll wird das Wetter heute. Keine Wolke am Himmel. So toll. Ich könnte mich totlachen. 

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Text im Wettbewerb der EUPL Preisträger/Award Ceremony in Wien am 6 November 2018 Belvedere Palace, Prinz-Eugen-Strasse 27, Wien 

 


In dieser Minute vom 6. Mai 1976 zerstörte das Erdbeben 41 Ortschaften in den Provinzen Udine und Pordenone, wie Forgaria, Gemona, Venzone, San Daniele del Friul, Travesio - tötete 939 Menschen, zerstörte die Wohnungen von 32.000 Einwohnern vollständig, beschädigte jene von 157.000 Einwohnern schwer. 

Terremoto 

Orore 

Disastroso terremoto nel Friuli 

Centinaio di morte, miglioia di feriti 

Una scossa tellurica ha percosso ieri alle 21 tutta l'Italia del Nord e del Centroi 

 

 

Corriere Della Sera, Freitag, 7. Mai 1976. Schlagzeilen, Dokumentarisches, Fakten, Zahlen aus dem Friaul, von Mund zu Mund, von Presse zu Presse gereicht. Wie unnütze Palaver kamen sie Co vor. Die Natur ist in der Kälte geboren worden. Kehrt ins Dunkel der Kälte zurück. Co streckte seine Arme aus, wollte die Staubkörner in seinen Handflächen sammeln, als wären es winzige, zerplatzende Augen. 

Auszug aus L'arc di Marianna (Arbeitstitel) 

Landschaft nahe San Daniele del Friuli, Sant Denêl, (furlanisch) Kulisse der Ortschaft, 2018  


 

Remember

Veröffentlichung des Centre national de littérature) 

 

aufbewahrt! Das literarische Leben in Selbstzeugnissen, Dokumenten und Objekten

 

 

Schnipsel, Schnitt und Leerspulen   

 

Kommentare  zum Luxemburger Amateurfilm »Die junge Magd«, gedreht 1978 nach der gleichnamigen Ballade von Georg Trakl

  

  

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Die Fotografien zeigen Portraits, Filmszenen, die Landschaft, vor allem, unser Bild der mächtigen Fichte mit der Mühle im Vordergrund. Das Wehr an der Sauer, rechts davon, leuchtet etwas heller. Sie sind Splitter eines bunten Projektes geblieben. Ich habe sie eingefärbt, deswegen. Ein bisschen fake dazu gemischt, weil Erinnerung sich immer in Gegenwart kleidet. Die Fichte gibt es nicht mehr. Auch nicht die Schmiede. Die Mühle wurde umgestaltet. Die Brücke über der Sauer: Wir haben sie aufgesucht, meine Frau Nänz und ich, um uns zu erinnern. Wie man den Grabstein eines lieben Verstorbenen aufsucht. Neben dem Brückenbogen wurden Szenen gefilmt. Mit allen Unzulänglichkeiten. Mit wenig Geld, vor allem, mit enormer Begeisterung.

 

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